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Nach dem wir besprochen haben, wieviel Aufgußwasser auf den Ofen kommt, wollen wir jetzt auf das Wedeln eingehen.
Das Zufächeln der Luft hat den Grund, die isolierende Haftschicht, die den Körper umgibt, wegzureißen und so für den direkten Kontakt mit der jetzt durch den Aufguß angefeuchteten Luft zu sorgen. Das Verteilen des Aufgußdampfes  ist, wie oft fälschlich angenommen wird, nicht der Hauptgrund für das  Wedeln. (Nach dem Aufgießen wartet man einen kleinen Moment. Die jetzt zum Teil schlagartig verdampfende Menge Aufgußmittel treibt nämlich beschleunigt zuerst einen Schwall heißer Luft vor sich her, der von den Saunabadenden auf den höheren Positionen gut wahrgenommen werden kann.)
Die "Aufgußluft" trifft jetzt durch die herbeigeführte Luftbewegung voll unsere Haut, und da sie heißer ist als unser Körper, kondensiert jetzt das Aufgußwasser auf unserer Haut und gibt zusätzlich dabei die Wärme ab, die es bei dem Verdampfen auf den Ofensteinen diesen entzogen hat.
Unser Körper bekommt damit zum Abschluß des Bades einen zusätzlichen Hitzereiz, wobei die jetzt vermehrt auf der Haut zu findenden Tropfen vom Aufgußwasser herrühren.  Hier durch werden die Schweißdrüsen noch mal zur Höchstleistung angespornt.
Wer auserwählt ist, die Zeremonie durchzuführen, sollte beachten, das diese Arbeit in der Saunakabine ganz schön an die Substanz geht.  Um sich die Arbeit leichter zu machen sollte das Tuch zum Wedeln nicht zu klein sein. Damit es gut schwingt, ist eine schwere Qualität anzustreben, sonst hilft es auch, das Tuch leicht anzufeuchten.
Und nun viel Spaß beim Aufguß!
 

 

Aufguss !!

 
Muß Aufguß sein?
Für den Saunaneuling ist es ein beeindruckendes Erlebnis, wenn er zum erstenmal die "gequälten" Leiber nach einem Aufguß aus der Saunakabine stürmen sieht. Tropfnaß und mit geröteter Haut streben sie an die frische Luft und zu den Kaltwasseranwendungen. Die läßt erahnen welche Hitzeschlacht gerade in der Schwitzkammer geschlagen wurde.
Je nach Saunabetreiber fallen die Aufgüsse von lasch, (am besten gar nicht,) bis zu solchen Wassermengen aus, daß man meint, er wolle den Ofen löschen und nicht aufgießen. Dann kommen noch die diversen Abarten von Salzabreibungen, Eisaufgüsse, Aufgüsse mit und ohne frischen Obstscheibe dazu.
Muß man dies mitmachen um in den vollen Genuß der Sauna zu kommen? Nein, man muß nicht! Auch ohne den Aufguß ist das Schwitzbad ein vollwertiger Saunagang mit all die ihm anhaftenden Vorteilen für Leib und Seele.
Wer einen Aufguß das erstemal mitmachen möchte, fragt am besten wie er in dieser Anlage durchgeführt wird. Regulär ist der Aufguß das Ende des Saunagangs. Deshalb geht man ca. 10 Minuten vor dem Termin in die Schwitzkammer. Wenn man bedenke hat, sollte man etwa 2 - 3 Minuten vorher den Raum aufsuchen und sich einen Platz auf der mittleren Bank suchen. Zum einen hat man dann noch genügend Reserven für einen größeren Hitzereiz, zum anderen ist man grade genügend durchgewärmt für den Aufguß. Würde man direkt zum Aufguß mit in die Kabine gehen, schwitz der Körper noch nicht richtig und der zusätzliche Wärmereiz wäre extrem. Abgesehen davon würde sich mehr als üblich von der Feuchtigkeit, die durch den Aufguß in die Sauna gebracht wird, auf der Haut als Kondenswasser absetzten und so das eigene Schwitzen noch weiter heraus zögern.
 
Aufguß - wann und wie
Der Aufguß soll der Höhepunkt des Saunagangs sein, er setzt noch mal einen  zusätzlichen Hitzereiz. Einmal durch das Aufgußwasser, das verdampft und durch das Kondensieren an der kühleren Haut die Hitze von den Saunasteinen überträgt. Zum Anderen durch die Luftbewegung, die durch das in unseren Breiten übliche Wedeln mit dem Handtuch erzeugt wird. Diese sorgt dafür, daß die stehende Luft an der Haut weggerissen wird, die isolierend wirkt.
So trifft einen dann eine wahrer Gluthauch.
Während man mit dem Wedeln nicht viel falsch machen kann, ist doch der Aufguß auf die Steine eine nicht ungefährliche Angelegenheit, die schon gewissenhaft durchgeführt werden muß.
Als erstes macht man sich mit dem Aufgußmittel, sofern man nicht nur Wasser verwenden will, was auch möglich ist, vertraut. Es muß auf jeden Fall das Mischungsverhältnis eingehalten werden, das der Hersteller vorschreibt, da sich sonst die Essenz auf dem Ofen entzünden kann.  Die Produkte sollten rein ätherische Öle und Mischungen aus rein ätherischen Ölen und Naturprodukten sein. Synthetische Kompositionen jeder Art sind strikt abzulehnen.
Was wollen wir mit den Gerüchen die wir durch Beimengen von ätherischen Ölen  zum Aufgußwasser freisetzen? Sicherlich keine Therapie. Es soll nur gut riechen und unsere Stimmung heben. Zwar neigt man dazu verstärkt auf  Eukalyptus, Pfefferminze usw. bei Erkältungen zurückzugreifen, solange es im Rahmen bleibt ist, auch dagegen nichts einzuwenden.
Grob gibt es eigentlich nur die zwei Richtungen anregend und beruhigend, wie die Öle beim Aufguß auf uns wirken. Was es an Wirkungen darüber hinaus noch gibt, läßt sich der reichhaltigen Literatur entnehmen, die es zum Thema ätherische Öle gibt. Hier gibt es eine wahre Wissenschaft, mit der wir uns nicht belasten wollen. Freuen wir uns einfach mal an einer selber kreierten Mischung aus den gängigen Aufgußmitteln.
Was wir aber nicht vergessen dürfen, ist, daß sich die Nase mit einer „Adaption" gegen einen länger einwirkenden Reiz zu Wehr setzt. D.h.,wirkt der Geruch zu lange oder zu intensiv auf uns ein, wird er nicht mehr wahrgenommen. Deshalb haben wir beim Aufguß oft nur kurz das Gefühl, das es gut riecht und das schon wieder alles verflogen ist, obwohl der Geruch tatsächlich noch länger wahrzunehmen ist. Hier müssen wir uns vor einer Überdosierung hüten.
Viel hilft viel. Das dies nicht immer Gültigkeit hat, hat man schon bei manchen Dingen im Leben erfahren. Diese gilt auch für den Aufguß in  der Sauna. Wer es mit der aufgegossenen Wassermenge übertreibt, kann schnell ein Klima herbeiführen, das bei den Nutzern der oberen Bänke Verbrühungen hervorrufen kann.
Das normale Saunaklima, bei dem man gut schwitzen kann, hat eine     Absolute Feuchte von 10-30g/m³ Luft. Dies entspricht in etwa 2,5 bis 7% Relativer Feuchte bei 90°C. Diesen Wert sollte man auf dem Hygrometer, das ca. 10 cm unterhalb der Decke an der Wand befestigt ist, ablesen. Leider sind die Anzeigegeräte nicht sehr genau, da ihnen die Hitze der Sauna zusetzt. Sie liefern aber erste Anhaltspunkte.
Durch den Aufguß erhöhen wir kurzzeitig die Feuchtigkeit in der Sauna. Das Wasser (ggf. mit Aufgußkonzentrat)  wird mit einem langstieligen  Löffel auf die erhitzten Saunasteine gegeben. Dabei sollte man darauf achten, auch nur diese zu treffen und nicht die eventuell vorhandene Heizspirale des  Saunaofens. Man zieht den Guß langsam zu sich hin, so daß man mit der Hand, die den Löffel hält, nicht in den   aufsteigenden Wasserdampf gelangt. Die Wassermenge hat man vorher ausgerechnet. Dazu muß man das Volumen der Saunakabine kennen (Höhe x Breite x Länge in Meter), man rechnet pro Kubikmeter Rauminhalt der Sauna 10 bis 15g Wasser.
Haben wir also eine Sauna mit 2,20 m  Höhe, 3 m Breite und 3,50 m Länge, gemessen an den Innenflächen, ergib das
 
                    2,20 x 3,00 x 3,50 = 23,1m³ Rauminhalt
 
für die Aufgußmenge rechnen wir
 
                     23,1m³ x 15g (~ 0,015 L Wasser) = 0,35 L Wasser
            oder  23,1m³ x 10g (~ 0,010 L Wasser) = 0,23 L Wasser
also etwa die Menge von einem ein "0,3 Bierglas" für eine Kabine diese Größe.
Wenn wir nun noch das Fassungsvermögen der Kelle kennen, wissen
wir genau, wieviel "Kellen" wir für einen guten Aufguß auf den Ofen
bzw. die Stein, geben.
Da sich der Dampf schnell in der Sauna verteilt, warten wir etwas, bis wir mit dem Handtuch zu wedeln beginnen.
 

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